Das Leid durch Kastration mindern

Um das Elend vor Ort in Serbien zu vermindern hat sich der Pfoten Verband e. V. dazu entschlossen im Monat März 2017 30 Straßenhunde kastrieren lassen. Ziel ist es, den Menschen vor Ort zu vermitteln, wie wichtig es ist, freilebende Tiere zu kastrieren. Das Motto lautet: Kastrieren statt töten. Da Straßentiere in vielen Ländern in den Augen zahlreicher Menschen nicht viel wert sind, ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch die Straßentiere fühlende Lebewesen sind. Das Projekt zeigt somit, dass es möglich ist, durch Kastration langfristig eine gesunde, überschaubare und kontrollierbare (Straßen-)Tierpopulation zu erreichen.

Als weiterer Grund für eine Kastration:

Allein ein gesundes Hundepärchen kann innerhalb von 6 Jahren weitere 60.000 weitere Hunde produzieren, wenn deren Nachkommen nicht kastriert werden. Töten wird niemals die Hundepopulation verringern können, nur Kastrationen können dies schaffen. Außerdem wurde festgestellt das Rüden unter dem Drang, sich läufigen Hündinnen zu nähern, erheblich leiden. Besonders, wenn im Umfeld des Rüden eine große Zahl von Hündinnen lebt, kann daraus eine Gefahr für Gesundheit und Leben des Rüden erwachsen, weil sein Verhalten so stark Hormon gesteuert ist, dass er beispielsweise im Straßenverkehr stark gefährdet ist.

Außerdem besteht die Gefahr, dass die Besitzer gedeckter Hündinnen Regressansprüche an den Rüden Halter stellen. Zur Vermeidung unerwünschter Nachzucht in gemischtgeschlechtlichen Gruppen bzw. zur Vermeidung von Rangauseinandersetzungen ist die Kastration erforderlich.

Bei freilebenden Populationen von Hunden, kommt es bei den Tieren vielfach zu Leiden und Schmerzen infolge Unterernährung und Krankheiten. Flächendeckende Aktionen zur Kastration sind in diesen Fällen geeignet, eine weitere Vergrößerung der Bestände zu verhindern. Das berechtigte und richtige Hauptanliegen des Tierschutzes ist es, die Population der Hunde zu verkleinern, unerwünschten Nachwuchs zu verhindern und damit mittel- bis langfristig das Elend der Hunde zu verringern. Die Kastration ist im Ausland (südliche und östliche Länder, auch innerhalb Europas wie zum Beispiel Spanien) ein Beitrag zum aktiven Tierschutz. Mit Kastrationskampagnen kann eine ungewollte, unkontrollierte Tierpopulation verhindert und weiteres Tierelend vermieden werden. Eine begleitende Aufklärung in den entsprechenden Ländern ist zwingend notwendig, denn immer noch wird die Kastration als etwas Unnatürliches angesehen und abgelehnt. Stattdessen wird der unerwünschte Nachwuchs lieber ausgesetzt, herrenlos und elend seinem Schicksal überlassen, getötet oder in einer Tötungsstation abgegeben

Was wird bei einer Kastration gemacht?
Bei einer Kastration werden dem Rüden durch einen kleinen, eher harmlosen Eingriff unter Vollnarkose die Hoden entfernt und der Samenstrang durchtrennt. Bei der Hündin ist ein Bauchschnitt zur Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter notwendig (Ovariohysterektomie). Es besteht die Möglichkeit, dass die Gebärmutter und damit verbunden eine Resthormonproduktion erhalten bleiben. Aber die bei einer nicht kastrierten Hündin auftretenden Krankheiten machen meist ein komplettes Entfernen von Gebärmutter + Eierstöcken erforderlich.

Nach der Kastration des Rüden lässt die Produktion von Testosteron nach, dieses Hormon sorgt unter anderem für die „Kampfbereitschaft“, dass Ausschalten des Konkurrenten für die eigene Fortpflanzung. Und da wir vor allem in Ballungsgebieten auf engem Raum mit unseren Hunden leben, entspannt dies alle Beteiligten. Beim Rüden sinkt das Sexualverhalten: Unruhe und Wolfsgeheul bleibt aus, dass Futter schmeckt wieder und streunen wird uninteressant. Bei Hündinnen vermeidet man streunen (auf der Suche nach potenten Rüden) und unerwünschten Nachwuchs, vor allem wenn Rüden und Hündinnen gemeinsam gehalten werden. Auch bei Hündinnen sinkt die Agressionsbereitschaft (Hündin während der Scheinträchtigkeit).

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